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bei’n Griechen

Delphi, Akropolis, Kreta oder Odysseus, so oder so ähnlich heißen in Deutschland griechische Restaurants. In solche Lokale gehe ich sehr gerne. Ab und zu. Fleischplatte satt. Mit Namen wie Delphi-Platte, Akropolis-Platte, Kreta- oder Odysseus-Platte. Oder „Kleiner Bosniak“. Ach nein, das gibt’s ja beim Jugoslawen.

Vorneweg kommt ein kleiner Teller mit Krautsalat und, mit Glück, Zaziki. Die Qualität des Salates verrät schon etwas über die Fähigkeiten des Kochs.

Dann kommt die Fleischplatte. Immer mit auf dem Teller, dieser mir nicht schmeckende, mit Tomatensoße gefärbte, Reis. Seine Konsistenz ist eine Mischung aus innen noch hart und außen schon zu weich. Wenn ich vergessen habe, ihn abzubestellen, wird der erstmal vom Teller gegessen. Das ist nicht schön, aber es schafft Platz auf dem Teller. Mit einem Schluck Bier neutralisiere ich dann den Mund.

Nun kann’s losgehen. Hoffentlich knusprige Pommes, ein Stück Leber, ein Lammkotelett, ein Stück Pute, und natürlich Gyros. Sozusagen als Sättigungsbeilage. Und dann liegt da meist noch ein Souvlaki-Spieß. Platte, harte Schweineteile. Fest verklebt mit dem Holzspieß. Kaum zu schneiden, geschmacklos, aber eben auf dem Teller. Wer Leber und Lamm will muss Souvlaki akzeptieren. Wie in der Ehe. Mit der Frau kommt die Schwiegermutter. Oft ja auch als zäh und hart beschrieben. Bei mir nicht, das möchte ich betonen.

Aber weiter zum Tellergericht. Warum kann es zu Gyros, Lamm und Leber nicht auch noch Suzuki oder Bifteki geben? Locker, saftiges Hackfleisch, eventuell mit Schafskäse gefüllt. Aber es scheint das ungschriebene Gesetz für griechische Lokale zu sein, diese Kombination nicht anzubieten. Vielleicht steckt ja sogar die Mafia dahinter.

In einigen Lokalen serviert man noch verschiedene Soßen dazu. So hatte ich diese Woche an der Ostsee eine tolle Zwiebelsoße und gepressten Knoblauch in Olivenöl. „Kreta-Spezial-Angebot“ stand auf der Karte. Na, wie heißt der Laden? Keine Leber dabei, aber auch kein Souvlaki. Lecker war es. Auf jeden Fall viel leckerer als der Labskaus, den ich einen Tag später in einem anderen Lokal gegessen habe.

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Finde den Unterschied.

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Und das Beste: voher und hinterher gab’s nen Ouzo. Das ist das Spezial am Spezial. Obwohl man auch zwei Schnäpse bekommt, wenn man was anderes bestellt.

Zufrieden und mit einer sicherlich nicht zu schwachen Knoblauchfahne, habe ich das Lokal verlassen.

Und richtig, die Unterschiede: im ersten Bild ist das Bier noch voll und nur ein Schnapsglas auf dem Tisch. Und ich freue mich noch auf’s Essen.

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